Friesenhof Jugendhilfe

Das Unternehmen Barbara Janssen GmbH mit Sitz in Büsum (Amtsgericht Pinneberg, HRB 8117 PI) betrieb drei Einrichtungen betrieb von 1999 bis 2015 drei Standorte zur Unterbringung von rund 80 Mädchen und jungen Frauen in Wesselburenerkoog ("Campina"), Wrohm ("Mädchencamp Nanna") und Hedwigenkoog ("Charlottenhof") im Kreis Dithmarschen.

Die Fraktion der Linken in der Hamburger Bürgerschaft machte die Mißstände bei Friesenhof aufmerksam. Die Schleswig-Holsteinische Zeitung berichtete: "Laut Angaben der Linken, denen das Schreiben des Jugendamtes vorliegt, gab es reichlich Schikanen, entwürdigende Maßnahmen und schwerwiegende, das Kindswohl gefährdende Eingriffe in das Recht der Schutzbefohlenen. Unter anderem soll in dem Schreiben die Rede sein von 'Aussitzen, Anschreien, Beschimpfungen, Wecken zur Nachtzeit (…), Essensentzug, Zwang zur Essensaufnahme, Zwang zum Tragen bestimmter Kleidung, Zwang zum Entkleiden, Sprechverbot, Strafsport, Sport zur Nachtzeit etc.'"

Die Einrichtungen wurden vom Ministerium am 3. Juni 2015 geschlossen. Die Betreiberin Barbara Janssen meldete am 5. Juni die Insolvenz des Unternehmens an. Insgesamt waren im Unternehmen zum Zeitpunkt der Insolvenz 52 Mitarbeiter beschäftigt. Das jüngste untergebrachte Mädchen war zwölf Jahre alt. Bei der Auflösung versuchten einige Mädchen verzweifelt zu fliehen, um nicht in andere Einrichtungen gebracht zu werden.

Die Betreiberin Barbara Janssen berichtete über ihre eigene Qualifikation, leider habe sie nur eine Ausbildung zur Erzieherin, dazu noch eine jugendpsychiatrische Weiterbildung absolviert: "Ich habe nicht die Möglichkeit gehabt zu studieren. Aber es reichte, um die Voraussetzungen für die Trägerschaft einer Einrichtung zu erfüllen."

Diese und weitere Angaben mit den entsprechenden Fundstellen finden sich unter Friesenhof (Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe) in der Wikipedia.

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