Haasenburg

Die Haasenburg GmbH – Therapeutisches Kinder-, Jugend- und Elternzentrum ist ein Unternehmen im Bereich der Heimerziehung in Brandenburg (Amtsgericht Cottbus HRB 7436, nun Amtsgericht Jena, HRB 511125). Einziger Gesellschafter des Unternehmens war Christian Dietz, geb. Haase, zuvor in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Asklepios Fachklinikums Lübben unter Wolfram Kinze tätig, wo wohl auch die Geschäftsidee entstand.

Das Unternehmen betrieb drei Standorte: Neuendorf am See, Jessern und Müncheberg. Die Einrichtungen boten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine "intensivpädagogische Betreuung". Das Mindestalter für die Aufnahme betrug vier Jahre. Die untergebrachten Personen wurden von Jugendämtern sämtlicher Bundesländer hierhin entsendet. Es gab 114 Plätze. Die Unterbringungssätze betrugen zwischen 300 und 500 Euro pro Tag.

Im Betrieb dieser Einrichtungen kam es zu Misshandlungen, sexuellem Missbrauch und ab 2005 auch zu Todesfällen. Publik wurde der Skandal maßgeblich durch die Investigationen der taz. Die Jugendämter schauten laut taz systematisch weg. Eine Mutter habe die Zustände 2009 moniert. Die Antwort des Jugendamtes in Hamburg habe gelautet, sie müsse Vertrauen entwickeln, und ihre Haltung sei das Hauptproblem. Brandenburgs Jugendministerin Martina Münch setzte im Juni 2013 eine Untersuchungskommission ein, im August 2013 beabsichtige sie sogar eine Teilöffnung. Ende 2013 wurden die Einrichtungen geschlossen.

Die DGKJP positionierte sich in einer Stellungnahme vom 03.12.2013: "Besonders betroffen macht uns, dass in dieser Einrichtung unter dem Deckmantel von 'Therapie' Freiheitsentzug und Freiheitseinschränkungen durchgeführt worden sind, die keiner externen Kontrolle unterlegen haben und die in ihrer Durchführung Menschenrechte verletzt haben. Auch die Behauptung, es handele sich bei entwürdigenden pädagogischen Maßnahmen um 'Verhaltenstherapie' ist inakzeptabel."

Mehr Angaben mit den entsprechenden Fundstellen befinden sich im Artikel Haasenburg in der Wikipedia

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